Jeder kennt sie, die Holzpfähle, die in regelmäßigen Abständen an den Stränden zu finden sind und die eigentlich Schutz vor Sturmfluten und Landabtragung bringen sollten. Buhnen sind seit 150 Jahren ein fester Bestandteil des aktiven Küstenschutzes, doch nun soll es den letzten verbliebenen Exemplaren an den Kragen gehen.

Bis zu neun Meter tief sitzen die Bauwerke aus Holz, Eisen und Stahlbeton im Watt. Ursprünglich sollten sich die Wellen an den Buhnen brechen, sodass die Strömungen, die parallel zum Ufer parallel verlaufen, vom Strand abgehalten werden. Geplant war einst, dass die Buhnen dabei helfen, durch den zwischen ihnen angestauten Sand zur Landgewinnung beizutragen, sondern eher das Gegenteil bewirken und zudem eine negative Wirkung auf die Strömung das Ökosystem des Meeres haben. Mittlerweile hat man sich für alljährliche Sandvorspülungen entschieden, die positivere Ergebnisse erzielen.

Was die Buhnen nicht mehr an Schutz bieten, bergen sie in punkto Verletzungsrisiko. Sie rosten, verwittern, bekommen scharfe Kanten und haben schon so manche Wunde verursacht. Daher begann der Landesbetrieb Küstenschutz damit, in den letzten Winterhalbjahren 84 Buhnen auf Sylt zu entfernen.

Los ging es mit einer Steinbuhne am Kampener Oststrand, drei aus Holz bestehenden Kastenbuhnen am Klappholttal und zehn Betonpfahlbuhnen zwischen Westerland und Kampen. Es folgten zehn Betonpfahlbuhnen zwischen Westerland und Kampen und neun Kastenbuhnen sowie lose Steinschüttungen zwischen Westerland und Rantum. Rund 20.000 Euro pro Buhne werden fällig, so kalkulierte der Landesbetrieb. Nach Sylt sollen auch Amrum und Föhr von 31 bzw. 11 Buhnen befreit werden.

Über den Verbleib der Holzbuhnen wurde lange diskutiert. Zum Einen, weil sie ein bei Touristen beliebtes Fotomotiv sind, zum Anderen, weil die Buhnen einen kulturhistorischen Wert haben. Einige Holzbuhnen ließ man schließlich bestehen, sozusagen als Teil der Sylter Kulturgeschichte.